Bahnarbeiter: Testen des Omega Seamaster Railmaster

Während der Omega Railmaster nie auf den Mond geflogen ist oder Zeit auf dem Handgelenk von 007 hatte, ist die Omega Railmaster eine praktische, unkomplizierte Uhr, die Sie bei der Arbeit tragen können. In dieser Funktion aus der WatchTime-Ausgabe vom Dezember 2018 geben wir Ihnen ein gründliches
Der Omega Seamaster Railmaster wurde ursprünglich für Personen entwickelt, die in der Nähe von elektrischen Feldern arbeiten. Sie ist eine stilbewusste Uhr mit einem modernen Master Chronometer-Uhrwerk. Die Indexe sowie die Stunden- und Minutenzeiger sind mit Super-LumiNova beschichtet, die tagsüber eine faux-patina-Farbe aufweist. Wenn es dunkel wird, leuchten diese Komponenten mit einer schönen azurblauen Lumineszenz, während ein heller Punkt gemächlich die dreieckigen Stundenmarkierungen des Zifferblatts passiert. Dieser “Lutscher” – Sekundenzeiger mit seiner Leuchtscheibe weist auf die Art und Weise hin, wie die Sekunden auf den Uhren der Schweizer Bahnhöfe dargestellt werden, und unterstreicht die Zugehörigkeit des Eisenbahnmeisters zum Eisenbahnverkehr.

Als der Railmaster 1957 debütierte, war dies der letzte Ausdruck einer langjährigen Beziehung zwischen Omega und den Eisenbahnen. Omega lieferte erstmals 1895 Taschenuhren an Eisenbahnunternehmen. Die Railmaster war die erste Armbanduhr, die speziell für Eisenbahnangestellte, Wissenschaftler, Elektriker und Techniker entwickelt wurde, die in der Nähe von starken elektrischen Strömen arbeiteten. Frühe Railmaster-Uhren waren mit einem speziellen Doppelgehäuse ausgestattet, das die Bewegung bis zu einer Intensität von 1.000 Gauss vor den negativen Einflüssen elektrischer Felder schützen konnte.
Als 2003 eine überarbeitete Auflage des Omega-Klassikers auf den Markt kam, war das Modell bereits mit einem modernen Koaxial-Kaliber ausgestattet, das Ende der 1990er Jahre entwickelt worden war. Diese Variante wird nicht mehr produziert, aber der Railmaster kehrte 2017 in einer seriell gefertigten Jubiläumsausgabe zurück. Er hat das historische Design des Originalmodells von 1957 wiederbelebt und das bekannte Styling mit mehreren Nuancen aufgewertet. Das Omega-Uhrwerk Kaliber 8806 mit Automatikaufzug präsentiert sich im Vintage-Look mit moderner Master Chronometer-Technologie, die Uhrwerke vor Magnetfeldern mit bis zu 15.000 Gauß schützt. Damit setzt der Railmaster eine Geschichte fort, die vor mehr als 120 Jahren begann.

Im Gegensatz zum ursprünglichen und dem limitierten Jubiläumsmodell ist das Zifferblatt der seriell hergestellten Railmaster, unserer Testuhr, eher vertikal gebürstet als glatt, was dem Uhrendesign einen modernen Touch verleiht. Nostalgie hingegen verkörpert der treffend benannte „Eisenbahn-Minuten“ -Kreis, der im Originalmodell aus länglichen Indexschlägen bestand. Einen moderneren Eindruck machen dagegen die Zahlen 3, 6, 9 und 12, die auf allen Modellen vorhanden sind, jedoch in unterschiedlichen Schriften gedruckt sind.
Das Fadenkreuz in der Mitte des Zifferblatts wurde als Symbol für Präzision verstanden, das der heutige Railmaster dank Master Chronometer Caliber 8806 zuverlässig erreicht. Ein COSC-Zertifikat belegt, dass die Zeitmessung dieses Kalibers dem offiziellen Chronometer-Standard entspricht. Ein zweites Zertifikat – dieses wurde von METAS (dem Schweizer National Metrology Institute) ausgestellt – bestätigt, dass der Railmaster das Qualitätsniveau der COSC übertrifft und als geprüfter Master-Chronometer Schutz vor Magnetfeldern bis zu 15.000 Gauß bietet. Der Railmaster hat vier Jahre Garantie.

Wie viele andere Omega-Uhrwerke von heute erfüllt das Kaliber 8806 die aktuell höchsten Anforderungen an Präzision, Geschwindigkeitsgenauigkeit und Beständigkeit gegen Magnetfelder. Es läuft nicht ganz so perfekt wie andere Master-Chronomometer, die wir in der Vergangenheit getestet haben (siehe unseren letzten Test des Calibre 8900 im Seamaster Planet Ocean), hält aber die Zeit sehr gut. Unsere Zeitmessmaschine hat nur sehr geringe Ratenabweichungen zwischen den einzelnen Positionen festgestellt. Und unser empirischer Test hat bewiesen, dass diese Armbanduhr am Handgelenk besser funktioniert als an der Zeitmessmaschine.
Das Kaliber 8806 ist seit 2017 ein Dreihänder-Satz im Repertoire des Master Chronometer von Omega. Es hat im Wesentlichen die gleiche Konstruktion wie das Kaliber 8800, das 2016 debütierte. Im Gegensatz zum 8800 unterstützt das Kaliber 8806 keine Datumsanzeige. Diese schöne Bewegung verbirgt sich leider hinter der massiven Metallrückseite des Railmaster-Gehäuses, das ein wellenförmiges, eckiges Design hat und mit einem Seepferdebild geprägt ist. Das Seepferdchen und die rückseitige Beschriftung erscheinen dank des neuen, patentierten Naiad Lock-Systems immer in ihrer korrekten Position: Diese Innovation ist eine Art Bajonettverschluss für den Gehäuseboden, den Omega als Ersatz schrittweise in alle neuen Modelle einbauen möchte für herkömmliche Einschraubgehäuse.

Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 40 mm und widersteht einem Wasserdruck von 150 Metern (15 bar). Das Naiad Lock-System sorgt dafür, dass der Rücken immer genau passt, was auch zu seiner Ästhetik beiträgt. Mit einem großen Wabenmuster und monumental wirkenden Schriftzügen und Gravuren trägt der Rücken auch zum „Arbeitstier“ -Eindruck dieser Uhr bei, der durch das Textilband des getesteten Modells noch verstärkt wird. Ein Lederfutter an der Unterseite des Riemens erhöht den Komfort am Handgelenk, während das Fischgrätenmuster des Stoffs und die Metallösen an den Löchern der Zunge an die robuste Qualität der Arbeitskleidung erinnern.
Der Omega Railmaster ist zweifellos ein robuster Kerl. Obwohl das Design nicht besonders anspruchsvoll oder innovativ ist, hat sich diese Uhr bewährt und hat sich als praktischer, zuverlässiger und unauffälliger, aber dennoch eleganter Begleiter erwiesen, den Sie sowohl bei der Arbeit als auch nach dem Arbeitstag genießen können .

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